Der Buchhandel in der Krise - warum die Mayersche und Thalia fusionieren

Es ist unter anderem auch der Onlineriese Amazon, der den deutschen Buchhandel in die Krise gestürzt hat. Amazon treibt die Buchhändler in Deutschland schon seit einiger Zeit vor sich her und jetzt verliert wieder ein Unternehmen seine Selbstständigkeit. Der Buchhandel in der Krise trifft jetzt auch die Mayersche Buchhandlung, die nicht mehr weiter macht wie bisher. Die anhaltende Krise hat dafür gesorgt, dass die Mayersche mit Thalia fusioniert. Vielleicht liegt es aber nicht daran, dass der Buchhandel in der Krise steckt, sondern weil Thalia bundesweit aufgestellt ist, die Mayersche hingegen nur im Raum Aachen-Köln.

Keiner kommt an Amazon vorbei


300 Filialen in ganz Deutschland, 5000 Mitarbeiter und einen Umsatz von 950 Millionen Euro – Thalia ist der größte deutsche Buchhändler. Gegen den Riesen Amazon wirkt Thalia jedoch wie ein Zwerg. Nur mit dem Verkauf von Büchern nimmt Amazon in Deutschland 1,3 Milliarden Euro ein. Dann folgt Thalia, anschließend Weltbild mit 425 Millionen Euro und Hugendubel mit 340 Millionen Euro Umsatz. Die Mayersche ist da mit ihren 55 Filialen, bevorzugt im Westen der Republik, ein kleines Licht. Mit der Fusion bekommt Thalia jetzt 55 Filialen dazu, Arbeitsplätze, so betonten beide Buchhändler, sind aber nicht in Gefahr. Einfach hat es Hartmut Falter, der bisherige geschäftsführende Gesellschafter der Mayerschen. Er bringt sein Unternehmen zu Thalia und erhält im Gegenzug Anteile an der größeren Kette, also an Thalia. Zudem wird Falter der zweite geschäftsführende Gesellschafter bei Thalia. Dass der Buchhandel in der Krise ist, geht an Hartmut Falter wohlwollend vorbei.

Der richtige Schritt

Wenn der Buchhandel in der Krise ist, kann eine Fusion vielleicht der richtige Schritt sein. Für Thalia, einen Konzern, der zu Douglas gehört, war dieser Schritt nur logisch. Von einem „Zeichen des Aufbruchs“ ist die Rede und eine Art Überlebensstrategie in Zeiten der globalen Online-Händler. Mit der Fusion setzt Thalia trotz Buchhandel in der Krise ein Zeichen für die Lesekultur in den deutschen Städten. Thalia hat sich gegen eine Schließung von Filialen der Mayerschen entschieden. Vielleicht ist die Entscheidung richtig, dass Thalia und die Mayersche in Zukunft zusammengehen. Aktuell erlebt der deutsche Buchhandel einen schon dramatischen Rückgang der Kundenfrequenz, vor allem in den Innenstädten. Die meisten Deutschen bestellen lieber online und lassen sich ihre Bücher nach Hause schicken.

Auf dem richtigen Weg

Da der deutsche Buchhandel in der Krise ist, mussten sich die deutschen Buchhandelsketten etwas einfallen lassen. Sie eröffneten ihre eigenen Shops im Internet und sie haben sich zur sogenannten „Tolino-Allianz“ zusammengeschlossen. Um dem elektronischen Lesegerät Kindle von Amazon etwas entgegenzusetzen, brachten die Buchhändler den „Tolino“ auf den Markt. Dieses Lesegerät entpuppte sich als großer Erfolg und der deutschsprachige Markt ist der Einzige weltweit, auf dem Kindle keine Vormachtstellung hat.

Fazit

Ein eigenes elektronisches Lesegerät und eine Fusion – das sind zwei Gegenmaßnahmen, um Amazon in die Schranken zu weisen. Leider wird das nicht ausreichen, dafür sind die Angebote des amerikanischen Unternehmens zu vielseitig. Alles, was die deutschen Buchhändler versuchen können, ist, die Kunden wieder in die Innenstädte und in ihre Geschäfte zu locken. Ob das auf Dauer gelingt, ist fraglich, aber es ist allemal besser, als Amazon kampflos den Markt zu überlassen.

Bild: © Depositphotos.com / GeorgeRudy

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